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Spickzettel · Politik · Kapitel I.2 bis III.1

Der ganze Klausurstoff auf zwei Seiten.

Die 33 Nenn-Listen eingedampft, dazu alle Zahlen und die typischen Verwechslungen. Nicht zum ersten Lernen – das hier setzt voraus, dass du das Lernskript einmal durch hast.

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Kapitel I.2 · Schwierigkeiten der Einheit · S. 2–3

„Berliner Republik“

I.2
  • Juni 1991: Bundestag beschließt Umzug nach Berlin, knapp 338:320
  • Abgeschlossen erst ca. 10 Jahre später
  • Bonn bleibt bis heute Sitz wichtiger Ministerien und Regierungsorgane

Truppen nach dem Ost-West-Konflikt

I.2
  • August 1994: letzte russische Streitkräfte verlassen den Osten (2+4-Vertrag)
  • Westliche Alliierte reduzieren ebenfalls: GB und Frankreich nur noch kleine Kontingente
  • US-Präsenz ist die einzig nennenswerte ausländische Truppenstationierung

Bundeswehr neu definieren

I.2
  • Veränderte Rolle Deutschlands in der Welt
  • Übernahme von Personal und Material der NVA
  • Aufbau neuer Strukturen im Osten
  • Gleichzeitig Personal abbauen und abrüsten

Umstellung auf Marktwirtschaft

I.2
  • Privatisierung der „Volkseigenen Betriebe“ (VEB) oblag der Treuhandanstalt
  • Zahlreiche Fälle von Fördermittelmissbrauch und Wirtschaftskriminalität
  • 6.000 privatisiert, 3.700 stillgelegt

Der wirtschaftliche Einbruch

I.2
  • Industrieproduktion April 1991 auf 30 % des Niveaus von 1989
  • Absatzmärkte in den realsozialistischen Ländern brechen weg
  • Mangelnde Konkurrenzfähigkeit der VEB gegenüber Westbetrieben
  • Massenarbeitslosigkeit in einem System, das keine kannte („Recht auf Arbeit“)

Dazu: Aufbau moderner Infrastruktur war zeit- und kostenintensiv.

Kapitel I.3 · Die 1990er Jahre · S. 4

Bundestagswahl 1990

I.3
  • CDU/CSU 43,8 · SPD 33,5 · FDP 11,0 · Grüne 3,8 · Bündnis 90 1,2 · PDS 2,4
  • Leicht verändertes Wahlrecht bringt Bündnis 90 und PDS in den Bundestag
  • Kohl im Januar 1991 abermals zum Kanzler gewählt; 1994 erneut gewonnen

Sozialversicherungen & Privatisierung

I.3
  • Rente an Nettolöhne gekoppelt 1992
  • Pflegeversicherung eingeführt 1995
  • Krankenversicherung: Leistungsspektrum deutlich eingeschränkt
  • Kritik von Gewerkschaften und Sozialverbänden
  • Bahn 1994, Post 1996 privatisiert
Kapitel I.4 · Asylkompromiss · S. 4–5

Die Debatte

I.4
  • 1992: 438.000 Asylanträge
  • Kontroverse: Ist Deutschland ein Einwanderungsland?
  • Schlüsselbegriff „Multikulturelle Gesellschaft“
  • Gegenbegriffe „Asylmissbrauch“, „Ausländerkriminalität“
  • Dazu gewalttätige rechtsextreme Übergriffe

Warum eine Reform nötig war

I.4
  • Artikel 16 GG regelte bis 1993 das Asylrecht
  • Fassung von 1949, wegen der NS-Erfahrung sehr offen gefasst
  • Grundgesetzänderung → Zweidrittelmehrheit nötig → SPD musste mitwirken

Was der Kompromiss änderte

I.4
  • Prinzip der sicheren Herkunftsstaaten und sicheren Drittstaaten
  • Flughafenregelung
  • Eigenes System staatlicher Leistungen für Asylbewerber

Mai 1993 beschlossen. Kritik: Welche Länder sind „sicher“? Drittstaaten verlagern Verantwortung auf Nachbarn. Bis 2005 sanken die Zahlen erheblich.

Kapitel II.1 · Entwicklung der EU · S. 6–7

Voraussetzungen der Nachkriegszeit

II.1
  • USA unterstützen den Wiederaufbau massiv (Marshallplan) – Interesse an Stabilität
  • „Antikommunismus“ bzw. Abgrenzung von der Sowjetunion als gemeinsame Basis
  • Vorstellung eines „Abendlands“ gegenüber der Sowjetunion

Die drei Gemeinschaften

II.1
  • 1951 EGKS / Montan-Union – Gründer: BRD, Frankreich, Italien, Benelux. Ziel: gemeinsamer Markt für Kohle und Stahl
  • 1957 Römische Verträge: EWG (gemeinsamer Markt + Zollunion) und EAG/Euratom
  • EWG heißt ab 1992 EG

„Eurosklerose“ ab den 1970ern

II.1
  • Ölkrisen 1973 (Jom-Kippur-Krieg) und 1979 (Islamische Revolution im Iran)
  • Krise des internationalen Währungssystems
  • Konkurrenz gegenüber USA und Japan
  • Teilweise Rückkehr zu nationaler Wirtschaftspolitik
Kapitel II.2 · Maastricht · S. 7–8

Ziele von Maastricht 1992

II.2
  • Militärische Konflikte innerhalb der EU unmöglich machen
  • Der EU weltwirtschaftliches Gewicht verschaffen
  • Menschen enger verbinden, Vorteile eines Europas ohne Grenzen im Alltag

Oberziel: stufenweise Wirtschafts- und Währungsunion.

Konvergenzkriterien

II.2
3 %
Neuverschuldung, höchstens, vom BIP
60 %
Gesamtverschuldung, höchstens, vom BIP
1998
EZB (Frankfurt a. M.): Geldpolitik und Preisstabilität

Im Laufe der Jahre zum Teil angepasst, besonders während der Krise 2010.

Euro-Zeitleiste

II.2
1995
Einigung auf den Namen „Euro“
1999
bargeldlos in 11 Staaten
1.1.2002
Bargeld in denselben 11 Staaten
bis 2023
9 weitere Staaten

Skepsis: D-Mark als Symbol des „Wirtschaftswunders“ · gefühlte Verteuerung („Teuro“). Frankreichs Forderung als „Preis“ für die Einheit – von vielen deutschen Politikern bestritten.

Kapitel II.4 · Erweiterung & Lissabon · S. 9–10

Kopenhagener Kriterien (1993)

II.4
  • Demokratie
  • Wahrung der Menschenrechte
  • Minderheitenschutz
  • Wettbewerbsfähige Marktwirtschaft
  • Übernahme des EU-Rechts

16 Staaten traten zwischen 1995 und 2013 bei.

Was Lissabon stärkt

II.4
  • Rechte des EU-Parlaments und der nationalen Parlamente
  • Präsident mit Vorsitz des EU-Rats
  • Hoher Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik + diplomatischer Dienst
  • Charta der Grundrechte – in fast allen Staaten, außer Polen

Weg zum Vertrag

II.4
2003
Verfassungsentwurf erarbeitet
2005
gescheitert – Volksabstimmungen in NL und Frankreich lehnen ab
ab 2007
Merkel treibt Umsetzung als Reformvertrag voran
Dez 2007
Lissabon beschlossen, Ratspräsidentschaft Portugals
danach
Hindernisse in Irland, Tschechien, Polen, Deutschland
Kapitel II.5 · Eurokrise · S. 10–11

Von Lehman zur Eurokrise

II.5
  • September 2008: Lehman Brothers insolvent → weltweite Banken- und Wirtschaftskrise
  • USA: jahrzehntelang Darlehen ohne Sicherheiten, nicht mehr bedient
  • Enge Verflechtung der Finanzindustrie → trifft auch europäische Institute
  • Bundesregierung: Konjunkturprogramme (Abwrackprämie, Kurzarbeit)

Warum Euro-Länder kippten

II.5
  • Mangelnde Haushaltsdisziplin
  • Hohe Staatsschulden – Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Zypern
  • Jahrelange Verstöße gegen die eigenen Defizitgrenzen (auch durch die BRD)
  • Folge: nur noch schwer Bankkredite

Rettungsschirm und Kritik

II.5
  • Beteiligt auch der Internationale Währungsfonds
  • Betroffene Länder mussten Haushalte sanieren, Wettbewerbsfähigkeit erhöhen
  • Daraus dauerhaft: ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus)
  • BRD: 211 Mrd. € Rettungsschirm, später 190 Mrd. € ESM

Kritik: Griechenland fühlt sich bevormundet · Ressentiments in beide Richtungen · Schuldenübernahme laut Maastricht nicht erlaubt · AfD 2013 gegründet, fordert Auflösung der Währungsunion.

Kapitel III.1 · Rechtsextreme Gewalt · S. 12–13

Debatte um die NS-Vergangenheit

III.1
  • Verbrechen der Wehrmacht
  • Rolle der Deutschen im Holocaust
  • Mahnmal für die ermordeten europäischen Juden
  • Entschädigungen für ehemalige Zwangsarbeiter

Die Szene und ihre Ursachen

III.1
  • Gewalt vor allem gegen Zuwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund
  • Subkultur: Skinheads, Kameradschaften, rechte Jugendcliquen – „Baseballschlägerjahre“, rechtsextreme Musik
  • Rechtsextremismus wird gesamtdeutsches Problem

Drei Faktoren: (Jugend)Arbeitslosigkeit nach der Wende · diffuses Gefühl von „Überfremdung“ · neues und unbekanntes Gesellschaftssystem.

Taten, Reaktion, Staat

III.1
1991
Hoyerswerda und Hünxe – 34 Verletzte
1992
Rostock-Lichtenhagen – Brandsätze, Applaus, Polizei nahezu tatenlos
1992/93
Mölln und Solingen – zehn Tote
Reaktion
Solidaritätsbekundungen · „Rock gegen Rechts“ und Lichterketten
Staat
Verfassungsschutz beobachtet mehr · 17 Verbote 1991–2001

Der NSU

III.1
frühe 90er
formiert sich bereits
2000–2011
9 Menschen mit Migrationshintergrund + 1 Polizistin ermordet
2011
Aufdeckung in Zwickau
2013
Prozess gegen Beate Zschäpe in München
2018
lebenslange Freiheitsstrafe

Pannen: rechtsextremer Hintergrund sogar ausgeschlossen („Dönermorde“) – Öffentlichkeit erschüttert.

Am Vorabend noch einmal lesen

Die zehn Verwechslungen

alle
  • Verfassung 2005 gescheitert, Vertrag 2007 beschlossen – gleicher Inhalt, anderes Etikett
  • 3 % Neuverschuldung, 60 % Gesamtverschuldung – nicht andersherum
  • 1999 bargeldlos, 2002 Bargeld – beide Male 11 Staaten
  • Asylkompromiss 1993; 1992 sind die 438.000 Anträge
  • Montan-Union 1951, Römische Verträge 1957
  • Mölln 1992 / Solingen 1993 = zehn Tote; Hoyerswerda + Hünxe 1991 = 34 Verletzte
  • NSU 2011 aufgedeckt, aber schon in den frühen 90ern formiert; Morde 2000–2011
  • Charta der Grundrechte: außer Polen
  • Krise 2008 in New York, Eurokrise 2010 in Europa
  • Treuhand: 6.000 privatisiert, 3.700 stillgelegt – die größere Zahl ist die Privatisierung

Was nicht drankommt

Eingrenzung

Kapitel I.1 (Fehleinschätzungen, „blühende Landschaften“) – liegt vor dem Startpunkt.

Kapitel II.3 (Schengener Abkommen, S. 8–9) – ausdrücklich ausgenommen, steht aber mitten zwischen relevanten Kapiteln.

Kapitel III.2 bis VI (Rechtspopulismus, Jugoslawien, Nahost, 11. September) – liegt hinter dem Endpunkt Seite 13.

Klausurtaktik

Format

20 Aufgaben: 10 Multiple Choice, 10 „Nennen Sie 1–3 Punkte zu XY“.

Bei den Nenn-Aufgaben reichen drei Punkte – keine Liste muss vollständig sitzen. Nimm die konkretesten Punkte zuerst: Zahlen, Eigennamen, Jahreszahlen. Die sind eindeutig als richtig erkennbar und bringen dieselbe Punktzahl wie die vagen.