Das Skript ist thematisch geordnet, nicht zeitlich – die Kapitel springen zwischen den Jahrzehnten hin und her. Hier steht dasselbe noch einmal, aber nach Jahreszahlen sortiert.
Aufgenommen ist nur, was im Skript eine Jahreszahl hat. Jeder Eintrag nennt das Kapitel, aus dem er stammt, und die Seite im Original. Nichts ist hinzugedacht, nichts aus Zusammenhängen erschlossen.
Angaben, die im Skript keine Jahreszahl tragen – „in den frühen 1990er Jahren“, „ca. 10 Jahre später“ – stehen deshalb nicht auf dem Strahl, sondern unten in einem eigenen Abschnitt. Sie zu Jahreszahlen zu machen wäre geraten.
Die Fassung von 1949 (Artikel 16 GG) war aufgrund der Erfahrung der NS-Herrschaft sehr offen gefasst
Die „Keimzelle“ der EU: Vertrag über die Schaffung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montan-Union. Gründerstaaten: BRD, Frankreich, Italien und die Benelux-Länder
Der Integrationsprozess wird durch die Römischen Verträge erheblich erweitert: Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Europäische Atomgemeinschaft (EAG oder Euratom)
Ölkrise (Jom-Kippur-Krieg) – einer der Auslöser der „Eurosklerose“
Ölkrise (Islamische Revolution im Iran) – der zweite genannte Auslöser
Die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl bestätigt die christlich-liberale Koalition unter Helmut Kohl. Ergebnis: CDU/CSU 43,8 %, SPD 33,5 %, FDP 11,0 %, Grüne 3,8 % (Bündnis 90 1,2 %), PDS 2,4 %
Die Währungsunion von 1990 – zusammen mit dem „Wirtschaftswunder“ der Bezugspunkt, der die D-Mark zum Symbol machte
Helmut Kohl wird im Januar 1991 abermals zum Bundeskanzler gewählt
Im Juni 1991 beschließt der Bundestag mit knapper Mehrheit (338:320) den Umzug der Regierung nach Berlin
Rückgang der ostdeutschen Industrieproduktion auf 30 % des Niveaus von 1989 im April 1991
Asylunterkünfte in Hoyerswerda und Hünxe werden überfallen (34 Verletzte)
Verbot von 17 rechtsextremen Gruppierungen
Zeitraum 1991–2001Kopplung der gesetzlichen Rente an die Entwicklung der Nettolöhne
1992 stellen allein 438.000 Menschen einen Antrag auf Asyl
Vertrag von Maastricht. Ziel: die stufenweise Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion innerhalb der Staaten der EU
Die EWG wird in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt
In Rostock-Lichtenhagen kommt es zu Ausschreitungen gegen einen Wohnblock, in dem vor allem Menschen vietnamesischer Herkunft lebten – Angriffe mit Brandsätzen, Nachbarn und Schaulustige applaudierten zum Teil, die Polizeikräfte blieben nahezu tatenlos
Brandanschlag auf ein Wohnhaus einer türkischen Familie in Mölln
Mölln 1992 und Solingen 1993: zehn ToteArtikel 16 GG regelte bis 1993 das Recht auf Asyl in Deutschland
Der im Mai 1993 vom Bundestag beschlossene Asylkompromiss führt zu bedeutenden Veränderungen im Asylrecht: sichere Herkunfts- und Drittstaaten, Flughafenregelung, eigenes System staatlicher Leistungen für Asylbewerber
Die Staats- und Regierungschefs der EU legen in Kopenhagen Kriterien für eine Mitgliedschaft fest
Brandanschlag auf ein Wohnhaus einer türkischen Familie in Solingen
Erst im August 1994 verlassen die restlichen russischen (ehemals sowjetischen) Streitkräfte entsprechend dem 2+4-Vertrag den Osten Deutschlands
Privatisierung der Deutschen Bahn
Die christlich-liberale Koalition entscheidet auch die Bundestagswahl 1994 trotz Verlusten für sich
Einführung der Pflegeversicherung
Die Staats- und Regierungschefs der EU einigen sich auf „Euro“ als Namen der künftigen Gemeinschaftswährung
Beginn der Beitrittswelle: 16 Staaten treten der EU bei, darunter viele osteuropäische Länder
Zeitraum 1995–2013Privatisierung der Deutschen Post
Ende der Regierungszeit Helmut Kohls, in der die Reformen der Sozialversicherungen und die Privatisierungen stattfanden
Ab 1998 übernimmt die in Frankfurt am Main ansässige Europäische Zentralbank die Funktion, Geldpolitik und Preisstabilität innerhalb der EU zu gewährleisten
Anfang 1999 wird der Euro zunächst in 11 EU-Staaten im bargeldlosen Zahlungsverkehr eingeführt
Beginn der Mordserie: Die rechtsextreme Terrorzelle NSU ermordet neun Menschen mit Migrationshintergrund und eine Polizistin
Zeitraum 2000–2011Zum 1. Januar 2002 folgt die Einführung des Bargelds in den 11 Staaten
Ein Verfassungsentwurf wird erarbeitet
In Folge des Asylkompromisses sinkt die Zahl von Asylbewerbern bis 2005 erheblich ab
Die Erarbeitung einer europäischen Verfassung scheitert zunächst, da alle Mitgliedsstaaten hätten zustimmen müssen. Der Entwurf wird bei den Volksabstimmungen in den Niederlanden und Frankreich abgelehnt
Der Reformprozess kommt ab 2007 wieder in Gang. Die Bundesregierung unter Angela Merkel tritt dafür ein, große Teile der geplanten EU-Verfassung als Reformvertrag umzusetzen
Im Dezember 2007 wird der Vertrag – abgeschlossen unter der Ratspräsidentschaft Portugals – in Lissabon beschlossen
Im September 2008 geht die traditionsreiche New Yorker Investmentbank Lehman Brothers in die Insolvenz – der Auftakt einer weltweiten Banken- und Wirtschaftskrise
Die Banken- und Wirtschaftskrise lässt ab 2010 auch einige Euro-Länder in finanzielle Schieflage geraten
Der im Mai nach langen Auseinandersetzungen installierte „Rettungsschirm“ soll die in Schieflage geratenen Länder und ihren Verbleib in der Gemeinschaftswährung sicherstellen
Das Skript nennt hier nur den Monat. Die Jahreszahl stammt aus der Kapitelüberschrift „Eurokrise 2010“, nicht aus dem Satz selbst.
Die Aufdeckung des NSU in Zwickau enthüllt, dass trotz der Intensivierung staatlicher Maßnahmen rechtsextreme Gruppen im Untergrund tätig sein konnten
Aufschwung erhält die im Jahr 2013 gegründete „Alternative für Deutschland“ (AfD), die sich als zunächst wirtschaftsliberale politische Kraft profilieren wollte und eine Auflösung der Währungsunion forderte
Ab 2013 steht das überlebende NSU-Mitglied Beate Zschäpe in München vor Gericht
Der Prozess endet mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Im Laufe des Prozesses wurde die Dimension rechtsextremer Gewalt seit den frühen 1990er Jahren noch einmal offenbar
Bis 2023 folgen 9 weitere Staaten als Teil der Eurozone
Dieselben Daten anders geschnitten: von wann bis wann reicht jedes Kapitel, gemessen an seiner frühesten und spätesten Jahreszahl. Das zeigt, warum das Skript nicht chronologisch gelesen werden kann – die Kapitel überlappen sich.
| Kap. | Titel im Skript | Spanne | Seite |
|---|---|---|---|
| I.2 | Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Deutschen Einheit | 1991–1994 | 2–3 |
| I.3 | Das wiedervereinigte Deutschland in den 1990er Jahren | 1990–1998 | 4 |
| I.4 | Asylkompromiss 1993 | 1949 · 1992–2005 | 4–5 |
| II.1 | Entwicklung der Europäischen Union bis in die 1980er Jahre | 1951–1992 | 6–7 |
| II.2 | Vertrag von Maastricht 1992 | 1990–2023 | 7–8 |
| II.4 | Erweiterung und Reform der EU im Lissaboner Vertrag | 1993–2007 | 9–10 |
| II.5 | Eurokrise 2010 | 2008–2013 | 10–11 |
| III.1 | Rechtsextreme Gewalt im wiedervereinigten Deutschland | 1991–2018 | 12–13 |
Diese Stellen gehören zum Stoff, stehen aber nicht auf dem Strahl: Das Skript nennt dort ein Jahrzehnt, einen Abstand oder gar nichts. Sie zu Jahreszahlen zu machen wäre geraten – also bleiben sie hier stehen, wie sie im Original formuliert sind.