Markt · Preis · Wettbewerb · Mediacampus Frankfurt

MPW Spickzettel

Alle 17 klausurrelevanten Themen auf das Notwendigste eingedampft. Zum Wiederholen am Vortag – nicht zum ersten Lernen. Dazu gibt es das ausführliche Lernskript.

Zum Ausdrucken: Browser → Drucken → A4 hochformat + = steht nicht im Skript, fachlich ergänzt Zahlen in Klammern = Foliennummer im Skript

01Ökonomisches Prinzip (4)

Bedürfnisse unbegrenzt, Mittel knapp → man muss wirtschaften.

  • Minimalprinzip = Ziel fest, Mittel minimieren = Effizienz
  • Maximalprinzip = Mittel fest, Ertrag maximieren = Effektivität

Gilt nicht immer: daneben ökologisches Prinzip, soziales Prinzip, Sachziele.

Der Name sagt, was du veränderst – nicht, was feststeht. Beides gleichzeitig geht nicht („Extremumprinzip“ = falsch).

02Zielkonflikte (4–5)

Zielkategorien: ökonomisch (Gewinn, Kosten) · ökologisch (CO₂, Ressourcen) · sozial (Löhne, Arbeitsplätze) · Sachziele.

  • Zielharmonie – ein Ziel fördert das andere
  • Zielkonflikt – ein Ziel behindert das andere
  • Zielneutralität – kein Zusammenhang

Bsp. Konflikt: Bio-Regionalware (ökologisch) → höherer Einkaufspreis → Gewinn sinkt.

In der Klausur: zwei Ziele aus verschiedenen Kategorien nennen und mit „weil…“ begründen.

03Beteiligte Gruppen (7, 12)

Volkswirtschaft = Gesamtheit aller Wirtschaftssubjekte eines Landes.

  • Private Haushalte – Arbeitskraft, Konsum, Sparen
  • Unternehmen – produzieren, zahlen Löhne
  • Staat – Steuern rein, Transfers + Subventionen raus
  • Banken – Sparen rein, Kredite raus
  • Ausland – Exporte und Importe

04Einfacher Wirtschaftskreislauf (11–12)

Nur Haushalte ↔ Unternehmen. Vier Ströme:

  • HH → U: Arbeitskraft (Güterstrom)
  • U → HH: Lohn/Gehalt (Geldstrom)
  • U → HH: Güter (Güterstrom)
  • HH → U: Kaufpreis (Geldstrom)

Annahmen: kein Staat, keine Banken, kein Ausland, kein Sparen.

Jedem Güterstrom steht ein gleich großer Geldstrom in Gegenrichtung gegenüber. Erweitert kommen Staat, Banken, Ausland dazu.

05Sektoren (25)

Primär+Land-/Forstwirtschaft, Fischerei, Bergbau1,0 %
Sekundär+Industrie, Handwerk, Bau28,3 %
Tertiär+Handel, Verkehr, Banken, öffentl. Dienst70,7 %

Skript nennt nur: Produktion 23,4 % · Bau 4,9 % · Dienstleistung 70,7 % · Landwirtschaft 1,0 % (Stand 2025).

Der Einzelhandel ist tertiär. Strukturwandel: primär+sekundär schrumpfen, tertiär wächst → Ursache der strukturellen Arbeitslosigkeit.

06Funktionen des Einzelhandels (13)

  • Versorgung – flächendeckend, wohnortnah, kleine Mengen
  • Absatz – verkauft für den Hersteller an Endkunden
  • Sortimentsgestaltung – Ware vieler Hersteller an einem Ort
  • Dienstleistung – Beratung, Umtausch, Lieferung, Öffnungszeiten

+ Überbrückung: räumlich (Transport), zeitlich (Lager), quantitativ (aufteilen), qualitativ (sortieren).

07Marktformen (16–17)

Einer = Monopol · ein paar = Oligopol · viele = Polypol

N ↓ / A →vieleein paareiner
vielePolypolAngebots-
oligopol
Angebots-
monopol
ein paarNachfrage-
oligopol
beidseitiges
Oligopol
beschränktes
Angebots-
monopol
einerNachfrage-
monopol
beschränktes
Nachfrage-
monopol
beidseitiges
Monopol
Nicht auswendig lernen – herleiten:
1. Benannt wird die knappere Seite.
2.beschränkt“ = andere Seite hat nur ein paar.
3.beidseitig“ = beide gleich knapp.

08Gleichgewichtspreis (18–19)

Vollkommener Markt – 4 Bedingungen
  • Homogenität der Güter
  • Keine Präferenzen (persönlich, räumlich, zeitlich)
  • Vollständige Markttransparenz
  • Unendlich schnelle Reaktionsgeschwindigkeit
Die Kurven

Nachfrage fällt (teuer schreckt ab) · Angebot steigt (hoher Preis lohnt).
Schnittpunkt = Gleichgewichtspreis.

  • Preis über GGP → Angebotsüberhang → Preis sinkt
  • Preis unter GGP → Nachfrageüberhang → Preis steigt
Im GGP ist angebotene = nachgefragte Menge, der Markt ist geräumt und der Marktumsatz maximal.

09Marktmechanismen (20–22)

Preis ändert sich → Bewegung auf der Kurve.
Etwas anderes ändert sich → die ganze Kurve verschiebt sich.

VerschiebungAuslöserPreisMenge
Nachfrage →Lohn↑, Kindergeld↑, Steuern↓
Nachfrage ←Arbeitslosigkeit↑, Steuern↑
Angebot →Subventionen, Kosten↓
Angebot ←Kosten↑, Steuern↑, Lieferengpässe
Rechts = mehr, links = weniger. Bei Nachfrage-Verschiebung laufen Preis und Menge gleich, bei Angebots-Verschiebung gegeneinander.

09bStaatliche Preiseingriffe (48–49)

  • Indirekt = marktkonform: Staatsnachfrage, Transferleistungen, Steuern/Zölle, Subventionen, garantierte Abnahmemengen. Markt findet den Preis selbst.
  • Direkt = marktkonträr: Festpreise (Ärzte, Notare), Mindestpreise (Mindestlohn), Höchstpreise (Mietendeckel).
Mindestpreis liegt oben (schützt den Anbieter) → Angebotsüberhang.
Höchstpreis liegt unten (schützt den Käufer) → Nachfrageüberhang.

10Verbraucherschutz (23)

Notwendigkeit + nicht im Skript
  • Informationsasymmetrie – Anbieter weiß mehr (wichtigster Grund)
  • Machtgefälle – Konzern gegen Privatperson
  • Komplexität – Verträge, Tarife, AGB
  • Beeinflussung – Werbung, Lockangebote, Dark Patterns
  • Gesundheit/Sicherheit, Digitalisierung
Umsetzung – steht im Skript
  • Verbraucherzentralen: Beratung/Information · Verfolgung von Verstößen
  • Gesetze: PAngV (Endpreis inkl. MwSt., Grundpreis je kg/l), Kennzeichnungspflicht
Merksatz: Zwischen Anbieter und Verbraucher besteht ein Informations- und Machtgefälle. Der Verbraucher ist die schwächere Marktseite und muss auf Augenhöhe gebracht werden.

11Politikstile (29–34)

Ordnungs­politikSpielregeln, Rahmen – für alle.
Kartellrecht, Buchpreisbindung, Arbeitsrecht, CO₂-Bepreisung
Struktur­politikDirektes Eingreifen – für einzelne.
Infrastruktur, regionale/sektorale Förderung, Subventionen, Stromsteuersenkung
Prozess­politikStabilisierung – für die Gesamtlage.
Antizyklisches Handeln; Unterziele = magisches Viereck
Magisches Viereck

1. Stetiges Wirtschaftswachstum · 2. Preisniveaustabilität · 3. Hoher Beschäftigungsstand · 4. Außenwirtschaftliches Gleichgewicht. „Magisch“, weil zwischen den vier Zielkonflikte bestehen.

Ordnung = alle. Struktur = einzelne. Prozess = Gesamtlage.
Und: Fiskalpolitik = Staat (Wirtschaft stabil), Geldpolitik = EZB (Euro stabil).

12Konjunkturzyklus (24, 43–44)

BIP = im Inland erbracht (Inlandsprinzip). BNE = von Inländern erbracht (Inländerprinzip). nominal = aktuelle Preise, real = inflationsbereinigt.

PhaseBIP / ALGehalt, Nachfrage, Preise
Aufschwung
Expansion
BIP↑ AL↓steigen leicht; optimistisch
Boom
Hochkonjunktur
BIP max
AL min
steigen stark; Vollauslastung, hohe Investitionen, hohe Kreditnachfrage, hohe Zinsen
Abschwung
Rezession
BIP↓ AL↑sinken; pessimistisch
Depression
Konjunkturtief
BIP min
AL max
sinken stark; viele Insolvenzen
BIP und Arbeitslosigkeit laufen immer gegeneinander. Auf-/Abschwung = Bewegungen, Boom/Depression = Wendepunkte.

13Konjunktur-Indikatoren (46–47)

Messgrößen, mit denen man die aktuelle, künftige oder vergangene konjunkturelle Lage einschätzen kann.

  • Früh (künftig): ifo Geschäftsklima (Unternehmen) · GfK Konsumklima (Konsumenten, monatlich) + Auftragseingänge, Baugenehmigungen
  • Präsenz (aktuell)+: BIP, Produktion, Kapazitätsauslastung, EH-Umsätze
  • Spät (vergangen)+: Arbeitslosenquote, Insolvenzen, Tarifabschlüsse
Die Arbeitslosenquote ist ein Spätindikator – klassische Fangfrage. Frühindikatoren sind die Befragungen.

14Antizyklisches Handeln (45)

Abschwung → belebenBoom → dämpfen
EinnahmenSteuern senken
Schulden aufnehmen
Abschreibungen verbessern
Steuern erhöhen
Schulden tilgen
Abschreibungen verschlechtern
AusgabenSubventionen ↑
Investitionen ↑
Subventionen ↓
Investitionen ↓
Im Abschwung gibt der Staat Geld hinein, im Boom nimmt er es heraus. Nur eine Spalte lernen – die andere ist das Gegenteil.

+ Kritik: Time-Lag (Maßnahme wirkt zu spät, dann prozyklisch) und Schulden werden im Boom selten getilgt.

15Arbeitsmarktpolitik (52–53)

FormUrsache / Beispiel
Saisonal
temporär
Jahreszeiten – Bau im Winter, Eisdiele, Landwirtschaft
Friktionell
temporär
Such-/Reibungsarbeitslosigkeit bei Job- oder Wohnortwechsel; kann gewollt sein
KonjunkturellVerschlechterung der Wirtschaftslage (Rezession/Depression)
StrukturellStrukturwandel – Rationalisierung, Digitalisierung, Kohleausstieg. Berufsbilder verschwinden.
Maßnahmen gegen nicht temporäre AL

Kurzarbeit · Umschulungen und Weiterbildungen · staatliche Förderung von Betrieben · Arbeit anders verteilen (Teilzeit, Arbeitszeitkonten, Frührente).

Gegen konjunkturelle AL: Kurzarbeit + antizyklische Politik. Gegen strukturelle AL: nur Qualifizierung. Saisonal und friktionell bekämpft man gar nicht.
+ Vollbeschäftigung ≠ 0 %, sondern ca. 3 %.

16Auswirkungen der Inflation (61–64)

Geldwert = Kaufkraft = wie viel Ware man für eine Geldeinheit bekommt. Inflation → Preise steigen → Kaufkraft sinkt.

Gemessen mit dem Verbraucherpreisindex: Warenkorb aus ca. 650 Gütern, ca. 300.000 Preisen, gewichtet nach Durchschnittsbedarf (Wägungsschema), alle 5 Jahre angepasst. EZB-Ziel: 2 %.

BetroffenProfitieren
Gehaltsempfänger:innen
Rentenbezieher:innen
Sparer:innen
Kreditnehmer:innen
der Staat
Aktienbesitzer:innen
Immobilienbesitzer:innen
Geldvermögen verliert – Sachvermögen und Schulden gewinnen.
+ Deflation ist gefährlicher: Käufe werden aufgeschoben → Abwärtsspirale. Darum 2 % statt 0 %.

17Geldmengensteuerung der EZB (59–70)

EZB-Aufgaben: Stabilität des Euro (2 % Inflation), Geldmengensteuerung, Bankenaufsicht. Entscheidung im EZB-Rat.

Mehr Geld im Umlauf → mehr Nachfrage → Preise steigen → Inflation.

InstrumentGeldmenge Geldmenge
LeitzinsZins hochZins runter
MindestreserveReserve hochReserve runter
Offenmarkt­geschäfteAnleihen verkaufenAnleihen kaufen

Anleihe = Schuldverschreibung. Skript-Beispiel: 100 Mio €, 4,5 %, zahlbar 31.12., Laufzeit bis 31.12.2028.

Alle drei ziehen am selben Strang. Inflation bekämpfen: Zins hoch, Reserve hoch, verkaufen. Wirtschaft beleben: Zins runter, Reserve runter, kaufen.

ΣDie große Übersicht: Fiskal- und Geldpolitik (70)

WerHebelWirtschaft beleben · Inflation fördernWirtschaft dämpfen · Inflation bekämpfen
Staat
Fiskalpolitik
Steuern – Einkommen-/Lohnsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuersenkenerhöhen
Ausgaben – Infrastruktur-Investitionen, Transferleistungen, direkte Subventionenerhöhenkürzen
EZB
Geldpolitik
Zinsen – Leitzins, kurzfristige Sätze (ständige Fazilitäten über Nacht)senkenerhöhen
Mindestreserve – Anteil, den Banken zurückhalten müssensenkenerhöhen
Anleihen – Offenmarktgeschäftekaufenverkaufen

!Wenn du nicht weiterweißt

Bei jeder Maßnahme: Kommt dabei mehr Geld in den Markt oder weniger? Mehr Geld = beleben und Inflation fördern. Weniger Geld = dämpfen und Inflation bekämpfen. Damit lässt sich fast die ganze Übersicht oben rekonstruieren.

Bei jeder Kurvenfrage: Erst klären – verschiebt sich Angebot oder Nachfrage? Dann: rechts = mehr, links = weniger. Bei Nachfrage laufen Preis und Menge gleich, bei Angebot gegeneinander.

Wenn die Definition fehlt: Trotzdem schreiben. Sache in eigenen Worten erklären und ein Beispiel nennen – darauf gibt es fast immer Punkte. Ein leeres Feld bringt garantiert null.